Warum meine Zählernummer für die Energiewende wichtig ist

Warum meine Zählernummer für die Energiewende wichtig ist

Mit deinem Ökostrom Vertrag kannst du einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten

Du erfährst, wieso es sich lohnt auf Erneuerbare Energien umzusteigen und welche Prozesse der Energiewirtschaft sich hinter deinem Lieferantenwechsel verstecken!

Vor zwei Wochen haben wir uns mit den Erneuerbaren Energien im Jahr 2021 beschäftigt. Im kommenden Jahr ändert sich doch einiges für Solar- und Windanlagen und vielleicht nimmt die Energiewende in den nächsten Jahren nochmal so richtig Fahrt auf.

Da stellt man sich ganz schnell die Frage: wie kann ich eigentlich meine persönliche Energiewende gestalten? Was kann ich auch ohne eigene Solaranlage und Elektromobil machen?

Ich kann zum Beispiel Ökostrom beziehen. Wenn ich von einem richtigen Ökostromversorger beliefert werde, dann mache ich schon ganz viel für eine wirklich nachhaltige Zukunft. Über meine eigene Stromrechnung werden die Betreiber von Solar- und Windkraftanlagen bezahlt und können die sauberen Stromerzeugungsanlagen noch weiter ausbauen.

Also wähle ich einen echten Ökostromanbieter — zum Beispiel Lition. Ich gehe auf die Website, gebe meine Adresse und den Jahresverbrauch an und lasse mir den Versorgungstarif berechnen. Dann folgen die restlichen Kundendaten: Name, Zählernummer, gewünschtes Vertragsdatum. Und dann war es das. Oder nicht?

An dieser Stelle beginnt ein großes Mysterium: die außergewöhnlich komplexe Prozesswelt der Energiewirtschaft. Jetzt kann alles ganz schnell gehen.

Oder alles geht schief.

Mein neuer Versorger kann nicht einfach so den Vertrag mit mir abschließen und mit der Versorgung beginnen. Es muss sichergestellt werden, dass der Vertrag mit dem alten Lieferanten beendet wird und der neue Vertrag vom örtlichen Netzbetreiber bestätigt wird.

Dafür nimmt Lition die wichtigsten Daten aus meiner Anmeldung und kündigt den alten Versorgervertrag in meinem Namen. Dafür wird aber nicht einfach ein Brief oder eine E-Mail versendet. In der Energiewirtschaft werden ganz spezifische Dateien in verschiedenen Formaten zwischen Versorgern, Netzbetreibern und weiteren Marktpartnern ausgetauscht.

Innerhalb dieser sogenannten Marktkommunikation landen meine Vertragsdaten nun also mit einer Kündigung beim alten Versorger und er prüft diese auf Richtigkeit. Kann der angegebene Kundenname gefunden werden? Kann ich zum gewünschten Datum aus dem alten Vertrag oder läuft noch eine Frist? Und stimmt überhaupt meine Zählernummer? Wenn ja: alles klar.

Stimmt nur einer der Punkte nicht überein: dann endet der Prozess hier und Lition bekommt eine ablehnende Antwort zurückgeschickt. Natürlich versucht der Kundenservice jetzt die Situation zu retten — wurde der Name falsch geschrieben? Passt die Adresse überhaupt? Oder ist es etwa die falsche Zählernummer? Im Regelfall wird jetzt nochmal Kontakt zu mir aufgenommen und wir klären die Situation. Dann schickt Lition nochmal eine neue Kündigung an den alten Versorger und jetzt sollte alles klappen.

Womöglich gibt es aber gar keinen alten Vertrag. Den kann ich ja auch schon selbst als Kunde beendet haben oder ich bin gerade erst in eine neue Wohnung eingezogen. Dann schickt Lition nur eine Anmeldung an den örtlichen Stromnetzbetreiber. Auch da drin stehen meine Kundendaten, das Beginndatum, der geplante Jahresverbrauch und die Zählernummer.

Auch jetzt kann das direkt klappen. Der Netzbetreiber findet meine Lieferstelle im IT-System und ordnet den neuen Versorgungsvertrag zu. Oder alles geht schief, weil der Netzbetreiber die Anmeldung nicht richtig zuordnen kann. Passt mein Name zur Adresse? Ist die Zählernummer richtig? Hier folgt das gleiche Spiel: der Lition-Service nimmt mit mir Kontakt auf, ein Foto vom Zähler oder die Daten der letzten Stromrechnung werden ausgetauscht und schon kann die Anmeldung korrigiert verschickt werden.

Streng genommen ist bis hier her der Liefervertrag zwischen dem neuen Versorger und mir noch gar nicht in Kraft getreten. Schlicht und einfach, weil der Netzbetreiber ein Wörtchen mitzureden hat. Dieser hat die Aufsicht über die Zuordnung von Stromversorgern zu unseren Lieferstellen. Schließlich soll jede einzelne Kilowattstunde im Energiesystem bemerkt und zugeordnet werden können. Das nennt sich Energiebilanzierung und wird in diesem Blog bald genauer erklärt.

Jedenfalls prüft der Netzbetreiber jede Anmeldung zur Belieferung eines Endkunden. Es darf keine zeitliche Versorgungslücke entstehen, es müssen immer die aktuellen Kundendaten vorhanden sein. Der geplante Jahresverbrauch ist wichtig, da nur damit die nötige Strommenge im Netz sichergestellt werden kann.

Und meine Zählernummer ist wichtig. Weil sie auch unabhängig vom Kundennamen zu meiner Verbrauchsstelle — also Wohnung — passt. Mit der Zählernummer und weiteren Daten können praktisch alle wichtigen Hintergrundprozesse der Energiewirtschaft erfolgreich stattfinden.

Aber was ist jetzt eigentlich mit meinem neuen Versorgungsvertrag? Wenn der Netzbetreiber die Anmeldung bestätigen will, schickt er Lition eine Antwortnachricht. In dieser steht zum Beispiel das zugesagte Beginndatum. Erst jetzt kann mir Lition die Vertragsbestätigung schicken.

Diese ganze Prüfung kann mehrere Werktage dauern, weil alle Marktpartner ihrerseits Daten checken und Rücksprache halten können. Das wird vor allem dann passieren, wenn meine Kundendaten nicht ganz eindeutig sind. Wenn der alte Versorger nur den Namen meines Partners kennt, dann wird die Kündigung mit meinem Namen nicht zugeordnet werden können. Wenn in meiner Anmeldung die Zählernummer meines Nachbars steht — kann man ja schnell mal verwechseln — dann klappt die Anmeldung eben auch nicht.

Die Lösung für all diese Herausforderungen: bevor ich mich im Internetportal anmelde, werfe ich nochmal einen Blick auf meine letzte Stromrechnung. Dort stehen der bekannte Kundenname, die Kündigungsfrist und natürlich die Zählernummer.

Wenn ich all das korrekt angebe, dann müssen gar nicht erst die gerade erwähnten Werktage mit den ganzen Prüfungen verstreichen. Dann kann Lition mir vielleicht sogar nach wenigen Momenten eine Bestätigung schicken. Und schon beziehe ich ab dem gewünschten Vertragsdatum richtig guten Ökostrom und gestalte meine ganz persönliche Energiewende.

In Zukunft achte ich also genau auf meine Zählernummer und schaue immer mal wieder auf diesem Blog vorbei.

Warum Energiepreise steigen und wieder fallen werden.

Warum Energiepreise steigen und wieder fallen werden.

Wie sich Erdgas und Erneuerbare auf den Preis auswirken.

 

Auch wenn Klimaschutz und Ökostrom für viele Menschen immer wichtiger werden, schauen die meisten Bürger bei ihrem Energietarif erstmal auf den Preis. Und das ist auch verständlich — in den letzten Jahren wurden Energiepreise schließlich immer komplexer.

An anderer Stelle haben wir schon über die enorme Wirkung der EEG-Umlage auf den Strompreis gesprochen. Sie ist seit Jahren die wichtigste Finanzierungsquelle für die Förderung erneuerbarer Energien, aber macht eben auch ein Viertel des Strompreises für Haushaltskunden aus. Das spüren wir alle im Geldbeutel, können aber in den nächsten Jahren auf eine größere Entlastung hoffen. Die EEG-Umlage wird vermutlich abgelöst und durch eine höhere CO2-Bepreisung ersetzt. Diese wirkt dann als Finanzierungsquelle für erneuerbare Energien und fällt nur dann als Kostenfaktor an, wenn man fossile Kraftstoffe / Brennstoffe bezieht.

Ein ebenso großer Kostenfaktor sind die Netzentgelte auf der Strom- oder Gasrechnung. Diese machen auch etwa ein Viertel des Verbrauchspreises aus und dienen der Finanzierung der Netzbetreiber. Für den Bau und Betrieb der Strom- und Gasleitungen brauchen die Stadtwerke und regionalen Häuser eine unabhängige Geldquelle. Daher werden die Netzbetreiber ausschließlich über die Entgelte auf der Endkundenabrechnung bezahlt. Damit kann den Netzen egal sein, wer ein Kraftwerk oder Windpark betreibt und es kann ihnen auch egal sein, wer den Endkunden versorgt. Nur so konnten die ursprünglichen Monopole aufgehoben und ein echter Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt aufgebaut werden. Dieser Kostenfaktor ist wichtig und wird bis auf weiteres nicht wegfallen. Allerdings wacht die Bundesnetzagentur als oberste Aufsichtsbehörde darüber, wie hoch die Entgelte jedes Jahr sein dürfen.

Neben weiteren Umlagen und Abgaben rund um die Regulierung und Sicherheit des deutschen Energiesystems finden wir natürlich noch Steuern auf unserer Rechnung. Neben der Mehrwertsteuer zeigen sich die Stromsteuer oder Energiesteuer (bei Erdgas).

Und was bleibt übrig? Nur etwa 20–25 % der Stromrechnung und ein bisschen mehr von der Gasrechnung landen bei unserem Energieversorger. Davon müssen die Stromproduktion bzw. der Gasimport, der Energiehandel sowie alle Personal- und Marketingkosten bezahlt werden. Über die letzten Jahre hat sich die Energieversorgung so zu einem schwierigen Geschäft entwickelt.

Energieversorger setzen auf günstige Einkaufspreise oder versuchen durch hohe Effizienz direkt Kosten einzusparen. Digitalisierung bietet Möglichkeiten die Bearbeitung von Klärfällen, den Service und die Abrechnung immer effizienter und kundenfreundlicher zu gestalten.

Aber der Einkaufspreis im Energiehandel schlägt dem Versorger ab und zu doch wieder ein Schnippchen. In diesem Bild sehen wir die Strompreisschwankungen im gesamten Jahr 2019:

Börsenstrompreise (intraday) in Deutschland 2019 ( energy-charts.info )

Und hier sehen wir die Strompreisschwankungen im Jahr 2021 bis Anfang Oktober:

Börsenstrompreise (day-ahead) in Deutschland 2021 ( energy-charts.info )

Wie kann sowas passieren? Ein derart steigender Preis deutet ja eine große Knappheit von Strom an. Und genau da sieht man den Mangel an der Umsetzung der Energiewende. Wir haben in den letzten Jahren viel zu wenig erneuerbare Energie-Kapazität aufgebaut. Solange wir uns auf unflexible Großkraftwerke verlassen, können wir kein ausgeglichenes System schaffen. Erst digital vernetzte erneuerbare Energien-Anlagen können in Kombination mit flexiblen Speichern eine wirklich gute Antwort auf den ständig schwankenden Stromverbrauch in Deutschland liefern.

Also ist es am Ende wie so oft eine Kombination aus verschiedenen komplexen Faktoren, die solche Energiepreisschwankungen hervorrufen. Die aktuelle Eskalation liegt aber vor allem an hohen Gaspreisen. Deutschland importiert Erdgas vor allem aus Russland und Norwegen. Früher war auch die Niederlande ein wichtiger Partner, diese stellen den Gasexport aber komplett ein. In Zukunft könnte der Import per Tankschifffahrt eine große Rolle spielen, aber aktuell fließt das Gas vor allem per Pipelines aus Russland. Und hier greifen Marktmechanismen: Streit um die Ostsee-Pipeline Nordstream II, hohe Gasnachfrage aus Asien, hoher Wartungsaufwand und sinkende Speicherfüllstände. Natürlich steigt dann der Einkaufspreis — so funktioniert ein freier Markt.

Und wenn der Gasimport teurer wird, produzieren Gaskraftwerke natürlich auch teureren Strom. Und schon gehen auch die Preise für den allgemeinen Strommix in Deutschland durch die Decke. Dann verteuert sich der Strom bei praktisch allen Energieversorgern, weil schlussendlich auch die meisten erneuerbaren Energien über Börsenstrompreise gehandelt werden.

Wie wird der Preis wieder fallen?

Zum einen wird sich der Gaspreis in absehbarer Zeit stabilisieren. Die aktuelle Gas-Knappheit in Europa wird spätestens nach dem Winter vorerst wieder erledigt sein.

Aber: die neue Bundesregierung muss eben auch den sofortigen Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland vorantreiben. Nur wenn wir auf flexible Stromerzeugung setzen, können wir immer wieder auf schwankende Preiseffekte reagieren.

Im Oktober 2021 heißt es also:

  • Zähne zusammenbeißen — die Preise werden wieder fallen
  • unsere Bundesregierung zu einem starken Ausbau der Erneuerbaren und Speicher verpflichten
  • nicht auf Lock-Angebote reinfallen — die aktuellen Preiseffekte betreffen den gesamten Markt und alle Energieversorger werden die Preissteigerungen früher oder später an den Kunden durchreichen

Sharing Economy — folgt die Shared Energy?

Sharing Economy — folgt die Shared Energy?

Wie lässt sich Energie teilen?

Pessimisten würden sagen, dass die Menschheit in den letzten Jahren immer Ich-bezogener geworden ist. Es gehe nur noch um die eigenen Interessen, die Karriere, das Ego — eben mich. Aber gleichzeitig haben Bewegungen wie die Sharing Economy immer weiter an Bedeutung gewonnen und sind für viele Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden.

Selbst seriöseste Wirtschaftslexika äußern sich dazu: “Der Begriff Sharing Economy meint das systematische Ausleihen von Gegenständen und gegenseitige Bereitstellen von Räumen und Flächen, […]. Im Mittelpunkt steht der Gemeinschaftskonsum.” [Gabler Wirtschaftslexikon]

Von der Nachbarschaftsgruppe auf Whatsapp bis zu Airbnb gibt es denkbar viele Möglichkeiten sich gegenseitig zu unterstützen, den eigenen Überschuss der Gemeinschaft zu bieten und dabei noch näher zusammenzurücken. Die Plattform nebenan.de ist ein guter Startpunkt, um sich im eigenen Umkreis zu vernetzen und Ressourcen zu teilen, statt neu zu kaufen.

Gemüse mit seinen Nachbarn anzubauen ist eine nachhaltige Alternative zum Einkaufen. (Foto: Canva)

Da wir uns auf diesem Blog hauptsächlich mit Themen der Energiewirtschaft und Energiewende beschäftigen, werfen wir doch mal einen Blick auf das Sharing von Energie. Geht das überhaupt? Und wie kann ich da mitmachen?

Wie können wir uns also Energie in der Nachbarschaft vorstellen? Natürlich braucht jeder Strom und Wärme. Das Paradebeispiel eines Energiequartiers umfasst also mehrere Wohn- und Gewerbehäuser. Auf ein paar Dächern sind Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen. In einem Keller könnte ein erneuerbar betriebenes Blockheizkraftwerk stehen. Ein paar Anwohner haben Elektromobile, ein paar andere einfach einen Batterie- oder Wärmepufferspeicher. Und schon könnten sich die Nachbarn als kleines Nachbarschaftsnetz verstehen — ein sogenanntes Microgrid — und den jeweiligen Strom- oder Wärmeüberschuss mit den Nachbarn teilen. So lassen sich Energieproduktion, Speicher und Verbrauch wunderbar aufeinander abstimmen. Und dieses Prinzip funktioniert sowohl in der Großstadt als auch im ländlichen Dorf.

Beispiel eines Energiequartiers, das durch Solaranlagen Strom und Wärme erzeugt. (Foto: Canva)

Diese Variante des Quartiers funktioniert ganz lokal. Tatsächliche Nachbarn unterstützen sich gegenseitig und vor allem können Strom und Wärme/Kälte durch Leitungen physisch zum Nachbarn fließen. Mit entsprechend verbundenen Messgeräten — beispielsweise Smart Metern — lässt sich der ganze Austausch auch technisch überwachen sowie steuern.

Entlang der voranschreitenden Digitalisierung ergeben sich aber natürlich noch ganz andere Möglichkeiten des Austauschs. Gerade im Strombereich stehen die Kraftwerke meines Versorgers im Regelfall nicht gerade in meiner Nähe. Ich kann auch in Bayern einen Versorgungsvertrag mit Windkraftanlagen in der Nordsee schließen — weil wir in der Energiewirtschaft nur die gemessenen Energiemengen (in Kilowattstunden kWh) betrachten, nicht den tatsächlichen Stromfluss.

Also kann ich mein Wohnhaus in Sachsen auch prinzipiell von einer Solaranlage in Hessen versorgen lassen. Prinzipiell kann ich als Privatverbraucher einen unmittelbaren Versorgungsvertrag mit jedem Stromanbieter schließen — und insbesondere bei Lition kann ich dann die konkrete Anlage auswählen, die mir am besten gefällt.

Und wenn nun die gesamte Energiewirtschaft langsam den Weg in das 21. Jahrhundert findet, könnte mein Smart Meter in Zukunft wohl direkt und ohne Umschweife aus den vielen bundesweiten Angeboten immer die beste / günstigste / nachhaltigste Anlage heraussuchen und automatisch einen Versorgungsvertrag bzw. Tarif abschließen. So teilt jemand seinen Überschuss mit mir und ich fülle hingegen dessen Portokasse.

Viele Bürgerenergie-Genossenschaften kümmern sich genau um ein solches Angebot. Dabei schließen sich interessierte Bürger zusammen, gründen ein kleines genossenschaftliches Unternehmen und bauen zusammen Solaranlagen oder ganze Windrad-Projekte auf. Auf dem Ökostrom-Marktplatz von Lition gibt es zum Beispiel den Bürgerwindpark Dömern aus Nordrhein-Westfalen.

Die Bürgerwerke eG bieten zusammen mit einigen Thüringer Genossenschaften den Thüringer Landstrom und vereinen damit den Überschuss dutzender Solaranlagen aus Thüringen. Nicht ganz zufällig hat der Autor dieser Zeilen erst vor wenigen Monaten eine Bürgerenergie-Genossenschaft mitgegründet und möchte damit die Energiewende deutlich näher an “den ganz normalen Bürger” bringen.

Mehr Infos gibt es im knapp 40-minütigen kostenlosen Film “We the Power — Die Zukunft der Energieversorgung liegt in Bürgerhand”.

Die Sharing Economy funktioniert also auf vielen Ebenen. Von allgemeiner Nachbarschaftshilfe, über öffentliche Obstbestände (siehe mundraub.org) bis zu den Büchertausch-Regalen, die es in praktisch jeder Stadt gibt. Und so langsam, aber sicher entwickelt sich auch eine Sharing-Community im Energiesystem. Vielleicht kannst auch du Teil dieser nachhaltigen Bewegung sein?

Nachhaltig in den Urlaub.

Nachhaltig in den Urlaub.

Was das Reisen mit Klimaneutralität zu tun hat.

Irgendwann wird es wieder normal, in den Urlaub zu fahren. Oder zu fliegen, zu wandern, zu schippern? Jeder hat andere Interessen und Vorlieben und für so manche Urlaubserfahrung muss man ja ein bisschen weiter weg. Aber genau dann stellt sich schon wieder die Frage: wie nachhaltig kann ich sein? Wie klimaschädlich ist meine nächste Flugreise?

Fangen wir ganz am Anfang an: die meisten Flugzeuge werden mit Kerosin betankt. Die Lufthansa gibt selbst an, im Jahr 2020 etwas mehr als 4 Liter dieses Kraftstoffs pro Passagier und 100 km Flugreise verbraucht zu haben. Dabei wird Kerosin in Erdölraffinerien direkt aus fossilem Rohöl gewonnen. Das bedeutet: bei einer Flugreise von Frankfurt nach New York und zurück verursache ich mehr als eine Tonne CO2-Ausstoß (lufthansagroup.com).

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Dabei verursachen Kurzstreckenflüge im Vergleich noch höhere Emissionen: ein Flug zwischen Berlin und München kommt so schon auf 116,3 kg CO2, wie die Bahn ermittelt hat. Apropos Zugfahren — zumindest die elektrischen ICEs der Deutschen Bahn fahren offiziell mit Ökostrom und sind daher zumindest bilanziell frei von CO2-Emissionen. Gleichzeitig ist aber etwa die Hälfte des deutschen Schienennetzes nicht elektrisiert und so fahren insbesondere im Regionalverkehr meistens Dieselloks. Diesel wird übrigens auch aus fossilem Rohöl hergestellt — also bringt uns die Bahn auch nur mit elektrischer Oberleitung sauber ans Ziel.

Hotel, Couchsurfing oder Bauernhof?

Das Umweltbundesamt berichtet, dass etwa ein Fünftel der weltweiten Tourismus-Treibhausgasemissionen von den Unterkünften kommt. Besonders überraschend ist das nicht, wenn man sich das typische Bling-Bling-Hotel mit Rundumbeleuchtung, Entertainmentsystemen und Poolheizung vorstellt — und dann vor Ort Kohlestrom oder schlimmer noch Dieselgeneratoren verwendet werden. Bei All-inclusive sind dann also auch die Treibhausgase inklusive.

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In den letzten Jahren entstanden aber auch immer mehr nachhaltige Übernachtungsmöglichkeiten in Öko-Ferienhäusern, Bio-Bauernhöfen, Berghütten und Campingplätzen. Das eine oder andere Hotel spricht auch offen über das eigene Klimaschutz-Engagement und kann so ebenfalls in die engere Auswahl kommen. Initiativen und Siegel wie BiohotelsGreenline Hotels und The Green Key bieten eine gute Übersicht von nachhaltigen Übernachtungsmöglichkeiten.

Und wohin geht es nun?

Wenn man nicht unbedingt in die Karibik oder anderswo quer über den Globus reisen muss, findet man auch in Deutschland schöne Urlaubsziele. Die Bahn zeigt auf fahrtziel-natur.de gut erreichbare Ecken wie den Thüringer Wald, das Allgäu oder das friesische Wattenmeer.

Die große Anzahl deutscher Flüsse bietet eine ganze Menge Potenzial für Kanufahrten, wie canoeguide.net zeigt. Und wer lieber zu Fuß unterwegs ist, findet neben vielen Apps mit Standort-Funktion auch Portale wie wanderbares-deutschland.de

Aber: der heimische oder Schreber-Garten ist auch schön. Und der Urlaub in den eigenen Gefilden ist immer noch der nachhaltigste Freizeitvertreib 🙂

Warum der Kohleausstieg bis 2030 klappt.

Warum der Kohleausstieg bis 2030 klappt.

Kann Deutschland schneller als geplant auf Kernkraft und Kohlestrom verzichten?

Wir haben uns festgelegt — wir wollen bis Ende 2022 alle Kernkraftwerke in Deutschland abschalten. Und bis spätestens 2038 müssen auch alle Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Das klingt nach einer unglaublichen Herausforderung und wird in politischen Diskussionen oft auch genau so dargestellt.

Gleichzeitig hat die Energiewirtschaft schon längst die Zeichen der Zeit erkannt und versucht diese Transformation noch schneller umzusetzen. Über einen Mix aus erneuerbaren Stromerzeugern, Speicheranlagen und flexiblen Verbrauchsanlagen kann ein komplett nachhaltiges Energiesystem realisiert werden. Was die Energiewende ausmacht, haben wir auf diesem Blog auch schon ein paar Mal besprochen.

Kernkraft endet 2022

Welchen Faktor spielen dabei die Atomkraftwerke? Deutschland gehört zu den Ländern, die einen deutlich stärkeren Fokus auf einen Atomausstieg gelegt haben. Während beispielsweise Frankreich und Großbritannien noch eine ganze Weile auf Kernkraft setzen, werden wir in anderthalb Jahren die letzten sechs Kraftwerke abgeschaltet haben. Ende 2021 sind Brokdorf, Grohnde und Grundremmingen C dran. Im Jahr darauf Emsland, Neckarwestheim 2 und Isar 2. Da der Atomstrom rechnerisch nur etwas mehr als 10 % der deutschen Stromerzeugung ausmacht, scheint das auch bewältigbar.

Ein früher Kohleausstieg kann belohnt werden

Sobald die Atomkraftwerke vom Netz sind, werden sicherlich ein paar Kohlemeiler in höherer Auslastung Strom produzieren. Wir bauen schlicht und einfach zu wenig erneuerbare Energieanlagen pro Jahr auf und müssen daher noch ein bisschen auf fossile Kraftwerke setzen.

Trotzdem haben große fossile Kraftwerke ein ganz zentrales Problem: in Ihnen wird Strom produziert, indem man fossile Brennstoffe in einer riesigen Brennkammer verfeuert — und so ein Feuer ist nicht besonders flexibel. Diese großen Kraftwerke können also nicht auf schwankende Preise am Energiemarkt reagieren — wenn die Brennkammer einmal läuft, dann wird eben Strom produziert. Sollte in dem Moment der Strompreis deutlich fallen, verliert das Kraftwerk Geld.

Kohlekraftwerk Boxberg (Bild ist public domain)

Und so versuchen die fossilen Kraftwerksbetreiber irgendwie noch einen halbwegs lukrativen Weg in die Zukunft zu finden. Beispielsweise über die Kohleausstiegs-Ausschreibungen.

Seit September 2020 veranstaltet die Bundesnetzagentur regelmäßig Auktionen rund um den Kohleausstieg. Im Großen und Ganzen: ein Kohlekraftwerksbetreiber kann seinen frühzeitigen Ausstieg zu einem bestimmten Preis anbieten. Und wenn er den Zuschlag bekommt, schaltet er sein Kraftwerk eben noch früher als ursprünglich geplant ab — und bekommt dafür noch eine entsprechende Vergütung.

Wenn man nun auf die Ergebnisse dieser Ausschreibungen schaut, finden sich interessante Zuschläge. Am 01.09.2020 haben u. a. folgende Kraftwerksbetreiber gewonnen:

  • STEAG
  • RWE
  • Vattenfall
  • Uniper

Das sind nicht ganz zufällig ein paar der größten Kohlekraftwerksbetreiber überhaupt. Gerade Vattenfall hatte hier auch noch ein vergleichsweise junges und modernes fossiles Kraftwerk angeboten.

Bei der nächsten Ausschreibung vom 04.01.2021 gehörten diese zu den Gewinnern:

  • Uniper
  • MIBRAG

Schon wieder ein paar der größten Betreiber. Man scheint es eilig zu haben, aus der Kohleverstromung auszusteigen. Wer übrigens die Zuschlagslisten mit dem Alter der jeweiligen Kraftwerke abgleichen will, findet bei der Bundesnetzagentur eine Altersreihung, die bis 1936 zurückgeht.

Wie kommen Politik und Energiewirtschaft zusammen?

Mit dem nun verschärften Klimaschutzgesetz und den sowieso geltenden Klimaschutzzielen ist klar: ein Kohleausstieg bis 2038 wird nicht reichen, um die Nachhaltigkeitsziele in Deutschland erfolgreich umzusetzen. Hier müssen wir schlicht und einfach schneller werden. Weniger Treibhausgase bei der Strom- und Wärmeproduktion verursachen und mehr auf nachhaltige erneuerbare Energien setzen.

Die ständig schwankenden Preise im Stromhandel sorgen zudem für Verluste bei Großkraftwerken. Und da sind die ständig steigenden Kosten für CO2-Emissionen noch gar nicht mit eingerechnet. Und so versuchen viele Unternehmen einen günstigen Weg aus dem fossilen Kraftwerksbetrieb zu finden — wie zum Beispiel die oben beschriebenen Auktionen der Bundesnetzagentur.

Gleichzeitig bauen mehr und mehr ehemals fossile Kraftwerksbetreiber und Energieversorger nun eigene Solar- und Windparks. Beziehungsweise kaufen sich bereitwillig in erneuerbare Projekte ein und schmücken sich mit einem nun grünen, nachhaltigen Ökostrom-Image.

Die Energiewende ist in Fahrt, der Atomausstieg fast geschafft und der Kohleausstieg scheint sich auch zu beschleunigen. In den nächsten Wochen gibt es die Ergebnisse der dritten Ausstiegs-Auktion und vermutlich werden wieder einige der ganz großen Kohlekraftwerke teilgenommen haben.

Wir befinden uns gerade mitten im Umbruch der gesamten Energiewirtschaft. Mit jedem Tag werden die erneuerbaren Stromanlagen lukrativer und die fossilen Kraftwerke verbrennen mehr und mehr Geld. Und so löst sich die Frage des Kohleausstiegs bis 2030: die Wirtschaft wird gar nicht auf politische Entscheidungen und neue Gesetze warten, sondern wird auch ganz allein den Weg in eine nachhaltige Zukunft suchen.

Schaden Offshore-Windparks den Meeren?

Schaden Offshore-Windparks den Meeren?

Klimaschutz muss viel weiter gehen.

Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Sektorenkopplung, Energiewende — viele Begriffe stehen für eine gute und lebenswerte Zukunft. Unter Energiewende verstehen die meisten den Ausbau erneuerbarer Energieanlagen und die entsprechende Vermarktung des Ökostroms. Schließlich bauen wir mehr und mehr Solar- und Windkraftanlagen, etablieren Elektromobilität und stellen Heizungsanlagen auf sauber Strom-geführte Wärmepumpen und ähnliches um. Das klingt alles schon mal richtig gut.

Doch immer wieder hört man von Problemen, wie dem Recycling von Li-Ion-Batterien und dem Vogelschutz bei Windrädern. Manche dieser Faktoren stellen eine ernsthafte Herausforderung dar und werden von eifrigen Forschern und Herstellern bearbeitet. Denn: wir können immer besser und nachhaltiger werden. Während Kohlekraftwerke, Benzinmotoren und Ölheizungen niemals sauber betrieben werden können, stellen erneuerbare Technologien noch spürbare Verbesserungen in Aussicht — und sind heute schon viel nachhaltiger als ihre fossilen Gegenstücke.

Windräder vs. Vögel

Artenschutz wird öfters in den Ring geworfen: beim Ausbau von Stromleitungen, aber vor allem bei der Planung von Windkraftanlagen. Horrorszenarien werden aufgestellt — ständig würden Vögel gegen die Windräder fliegen und manche bedrohte Arten quasi im Alleingang durch den Ökostromausbau ausradiert. Während gleichzeitig heute noch ganze Dörfer und Landkreise den Braunkohletagebauen weichen müssen.

Aber es stimmt schon: wir müssen besser und noch nachhaltiger werden. Wie können wir also insbesondere Vögel und Fledermäuse vor den rotierenden Windrädern schützen?

Artenschutz beginnt bei der Standortauswahl. Von den Windrädern sind am stärksten hoch fliegende Greifvögel und Fledermäuse betroffen. Diese haben ihren angestammten Lebensraum, bekannte Brutstätten und Flugrouten — diese müssen von vornherein bei der Planung von Windkraftstandorten beachtet werden.

Doch im 21. Jahrhundert muss noch mehr möglich sein — wie können wir die Kollision von Vögeln und Windrädern weiter verringern? Verschiedene Initiativen versuchten mit Schallwellensendern und ähnlichem die Vögel und Fledermäuse aktiv von den Windrädern fernzuhalten — nach dem Motto: fliegt nicht hierher. Da zur Nachhaltigkeit aber auch gehört, den Vogel einfach mal Vogel sein zu lassen, geht man mittlerweile in eine andere Richtung.

Mit Radar- oder Kamerageräten werden bedrohte heranfliegende Vögel erkannt und ab einer gewissen Nähe wird das Windrad einfach angehalten. Und schon kann der Vogel weiterfliegen — und dann das Rad auch wieder weiterdrehen. Mit entsprechend starker Bildverarbeitung und unterstützt durch künstliche Intelligenz, können wir mit Mitteln der Digitalisierung die Vögel schützen.

Digitalisierung schützt die Vögel.

Doch es geht noch einfacher: eine Studie aus Dänemark hat Ende 2020 gezeigt, dass die meisten Vögel den Windrädern mit 99,9 % Genauigkeit ausweichen. Viele Vögel sind von sich aus in der Lage, mit den Windrädern umzugehen. Und wenn wir neue Windräder nicht gerade in die bekannten Vogelflugrouten bauen und auch noch mit Kameras und einem automatischen Stopp ausstatten — sollte die Gefahr von Windkraftanlagen für unseren Vogelbestand nochmal deutlich geringer werden. So funktioniert nachhaltige Energiewende.

Windkraftanlagen zur See

Offshore-Windräder haben recht unterschiedliche Auswirkungen auf die Tierwelt. Damit ein Windrad auf dem Meer stehen kann, muss es eine Art Fundament bekommen. Meistens werden die Anlagen über eine Mischung aus Beton- und Stahlkonstruktionen am Meeresgrund verankert. So können die Windräder natürlich nur an vergleichsweise flachen Stellen im Meer aufgebaut werden. Das ist jedes Mal ein intensiver Eingriff in den Meeresboden — klar. Aber sobald die Anlagen einmal stehen, ergibt sich ein interessanter Effekt. Wegen der Fundamente können natürlich keine Fischerei-Schleppnetze mehr eingesetzt werden. Ganz grundsätzlich herrscht an den Windkraftanlagen ein Fischereiverbot. Daher siedeln sich insbesondere bei den Offshore-Windparks größere Fischmengen sowie Tiere am Meeresboden wie Hummer und Krebse an.

Jedoch stören sich vor allem Meeressäuger wie Wale und Delfine an den initialen Baumaßnahmen. Die Fundamente müssen ja in den Meeresboden eingerammt werden und die damit verbundenen Erschütterungen vertreiben diese empfindlichen Tiere. Doch auch dafür gibt es eine Lösung: man baut gar kein herkömmliches Fundament. Man lässt die Windkraftanlagen einfach schwimmen.

Und tatsächlich ist dieses Vorgehen mittlerweile deutlich weiter verbreitet, als man vielleicht glauben würde. Auf erneuerbareenergien.de werden sechs interessante Schwimmprojekte vorgestellt, die nun nachgeahmt werden sollten.

Denn nicht nur, dass diese Windräder deutlich weniger Auswirkung auf ihre Umwelt mit sich bringen. Diese Anlagen können natürlich auch umgezogen werden bzw. immer auch ein bisschen mit dem Wind mitwandern. Damit lassen sich gleichzeitig die Stromerträge erhöhen. Schlussendlich bieten die schwimmenden Windräder ein starkes Kostensenkungspotenzial und können auch bei saisonal auftretenden Winden optimal ausgerichtet werden — solange auch eine entsprechende Stromkabelanbindung vorhanden ist.

Wie geht es weiter?

Diese Beispiele der Weiterentwicklung zeigen, dass die Energiewende noch lange nicht ausgeschöpft ist. Wir können mit erneuerbaren Energien immer noch einen Schritt weiter gehen, nachhaltiger und gleichzeitig wirtschaftlicher werden. Das sind Entwicklungen, die bei fossilen Anlagen schlicht und einfach nicht mehr möglich sind.

Ganz im Zeichen dieser Nachhaltigkeit unterstützen wir die „Campaign for Nature“ und rufen dazu auf, bis 2030 mindestens 30 % der Land- und Meeresflächen zu schützen. So können die jeweiligen Ökosysteme und vorhandene Biodiversität unterstützt und schlussendlich Klimaschutz betrieben werden. Mehr Infos zu dieser Petition gibt es auf campaignfornature.org

Wie die Kuh Strom produziert.

Wie die Kuh Strom produziert.

Welche Rolle spielt Biogas in der Energiewende?

Die Energiewende hat viele Facetten. In unserer Blog-Reihe betrachten wir oft die Versorgung mit erneuerbaren Energien und Produkte sowie Services für uns Verbraucher.

Heute blicken wir aber mal wieder auf die Erzeugerseite. Irgendwo müssen der erneuerbare Strom, die ökologisch nachhaltige Wärme und co. ja herkommen. Und während wir uns sonst meist mit Solar- und Windstrom beschäftigen, soll es heute um Biogas gehen. Das sind Anlagen bei denen u. a. mittels Kühen — bzw. ihren Hinterlassenschaften — erneuerbare Energie erzeugt wird.

Was ist eine Biogas-Anlage?

Biogas ist wie der Name schon andeutet ein Gas. Dabei bedeutet Bio nicht das Gleiche wie bei den Bioprodukten im Supermarkt, sondern steht für die biotische Erzeugung des Gases.

Biotische Gaserzeugung steht wiederum für einen Entstehungsprozess mittels Lebewesen. Hier kommt die Kuh noch nicht ins Spiel. Stattdessen kümmern sich Bakterien um die Zersetzung und Vergärung von Biomasse.

Einfach gesagt: wenn man landwirtschaftliche Erzeugnisse, Abfälle und tierische Hinterlassenschaften in der Biogas-Anlage mit hungrigen Bakterien zusammenstellt, geht die Vergärung los. Dabei entstehen Gase, die zum Teil dem klassischen Erdgas ähneln.

Da Pflanzenreste, Bioabfall, Energiepflanzen und tierische Hinterlassenschaften „nachwachsen“, gelten diese Rohstoffe als erneuerbare Energiequelle. Und so liefert eben auch die Kuh einen zentralen Ausgangsstoff für die Vergärung in der Biogas-Anlage.

Diese Kühe wollen die Energiewende vorantreiben! (Bild ist public domain)

Während des Vergärungsprozesses werden die Rohstoffe zersetzt. Dabei entstehen vor allem Methan und CO₂. Diese Gase sind auch der zentrale Bestandteil von Erdgas. Daher kann das Biogas je nach Zusammensetzung der Ursprungsstoffe mit mehr oder weniger Aufwand auch in der konventionellen Erdgasinfrastruktur genutzt werden. In weiteren Aufbereitungsprozessen wird das Biogas noch weiter gereinigt, da vor allem das pure Methan für alle energetischen Prozesse in Kraftwerken oder Heizungsanlagen benötigt wird.

Aber genau deswegen kann Biogas auch nicht einfach alleine für die Gasversorgung genutzt werden, sondern vorerst nur als Ergänzung zum klassischen Erdgas.

Erdgas ist praktisch pures Methan und genau darauf sind alle weiteren Anlagen ausgerichtet — vom Gasherd bis zum Kraftwerk. Da die meiste Biomasse nur 50–60% Methananteil liefern kann, würde die Gasinfrastruktur bei einer pauschalen Biogas-Einspeisung nach und nach Schaden nehmen. Abgesehen von kleinen in sich geschlossenen Biogas-Netzen mit speziellen Verbrauchseinrichtungen wird also nur ein kleiner Anteil aufbereitetes Biogas in unsere konventionelle Infrastruktur geleitet.

Und wo bleibt der Strom?

Gerade bei größeren Biogas-Anlagen findet sich auch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) direkt nebenan. Diese Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen nutzen einen Energieträger und erzeugen sowohl Strom (Kraft), als auch Wärme. Das methanhaltige Biogas wird also in den Verbrennungsprozess des Blockheizkraftwerks eingeführt. Der im BHKW-Generator entstehende Strom kann dann ganz normal als Erneuerbare Energie in das Netz eingespeist werden. So gehören auch eine ganze Menge Biogasanlagen in das Versorgerportfolio von Lition.

Gleichzeitig erzeugt das BHKW auch Wärme. Diese kann zum Beispiel in der landwirtschaftlichen Anlage genutzt werden — so bleibt der Kuhstall warm — oder über Wärmeleitungen an benachbarte Wohnhäuser geliefert werden. Das nennt sich dann Nahwärme (im Vergleich zu Fernwärme).

Biogas-Anlagen können also sowohl für eine Strom-, Gas- oder Wärmeerzeugung genutzt werden und spielen damit eine entscheidende Rolle in der deutschen Energiewende. In den letzten Jahren hat die Biomasse immer zwischen 8 und 10 Prozent der deutschen Stromerzeugung ausgemacht und ist damit fast auf Höhe der Kernenergie oder des Erdgases.

Wie geht es mit dem Biogas weiter?

Auch wenn Biogas und die zugrunde liegende Biomasse zu den wichtigsten Eckpfeilern der Energiewende gehören, gibt es natürlich auch ein paar Fragezeichen. Manche Grundrohstoffe sind erneuerbar, da sie während anderer holz- oder landwirtschaftlicher Prozesse sowieso anfallen. Pflanzenreste, landwirtschaftliche Abfälle und tierische Hinterlassenschaften entstehen immer wieder und sind damit eine erneuerbare Energiequelle.

Gleichzeitig werden an vielen Orten sogenannte Energiepflanzen gezielt für die Energieerzeugung angebaut. Diese zucker-, stärke- oder ölhaltigen Pflanzen (Mais, Kartoffeln, Raps, etc.) stehen dann in direkter Konkurrenz zur klassischen Nahrungsmittelproduktion.

So muss ein Kompromiss gefunden werden, der landwirtschaftliche Flächen und andere sowieso anfallende Biomasse sinnvoll voneinander abgrenzt und eine nachhaltige Energieproduktion ermöglicht. Denn schließlich kann eine Biogas-Anlage auch dann laufen, wenn gerade mal weniger Solar- und Windkraft zur Verfügung stehen und die zukünftigen Speicheranlagen langsam leer laufen. Genau dann wird die Biomasse weiterhin das Stromnetz stabilisieren können und eine ökologisch nachhaltige Energieversorgung ermöglichen.

Daran können wir das nächste Mal denken, wenn wir eine Kuh sehen 😊

Die Energiewende für den Häuslebauer

Die Energiewende für den Häuslebauer

Warum das Gebäudeenergiegesetz (GEG) die Energiewende nach Hause bringt

Wir drücken auf den Schalter und das Licht geht an. Wir drehen die Heizung auf und schon wird es warm. Unsere Energieversorgung läuft wie selbstverständlich und wir machen uns nur selten Gedanken über die dahinter steckende Energiewirtschaft. Daher finden sich auf diesem Blog viele Beiträge über die Struktur und Prozesse der Branche. Heute wollen wir aber auch mal einen Blick vor die Kulissen werfen — auf das eigentlich Offensichtliche. Wir haben zwar die Heizung aufgedreht, aber nutzen wir die Wärme überhaupt effizient?

Gesetze über Gesetze

In der Vergangenheit mussten sich die Häuslebauer mit vielen Gesetzen und Verordnungen rund um die Energieversorgung beschäftigen. Denn schlussendlich geht es nicht nur um den Anschluss des Wohnhauses an die öffentliche Stromversorgung, an Wasserleitungen und co.

Seit vielen Jahren gelten für Gebäude verschiedene Vorschriften rund um die Wärmedämmung, effiziente Energienutzung und den Bezug erneuerbarer Energiequellen. So musste man sich zum Beispiel mit dem Energieeinspargesetz, der Energieeinsparverordnung und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz beschäftigen. Die EnEG, EnEV und EEWärmeG wurden jedoch Ende 2020 ersetzt: seitdem gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Mit dem GEG werden viele Faktoren der Energieeffizienz für den gesamten deutschen Gebäudebestand neu geregelt. Dabei dreht sich alles um die komplette Klimaneutralität von Gebäuden bis spätestens 2050. Um das zu erreichen, muss die Energie- und vor allem Wärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen stammen. Und die einmal verwendete Energie muss möglichst effizient genutzt werden — mit einer guten Dämmung kann zum Beispiel der Verlust von ungenutzter Energie verringert werden.

Ein wichtiger Baustein dieser Strategie ist der schon bekannte Energieausweis. Dieser beschreibt die Energieeffizienz eines Gebäudes im Vergleich zum Standard. Mit dem GEG wird zum Beispiel die Haftung für zugrunde liegenden Daten erhöht. Auch der Datenbestand für Modernisierungsempfehlungen muss verbessert werden. Ein Energiemanager darf nur noch dann aus der Ferne die Effizienz bewerten, wenn er genügend verbindliche Daten, Fotos und weitere Informationen verwendet.

Auch die sogenannten Primärenergiefaktoren werden neu geregelt. Diese beschreiben die Effizienz der Energienutzung inklusive der gesamten Lieferkette. Je nachhaltiger die Energiequellen sind, desto besser werden sie bewertet. Die beschriebenen Faktoren, der gedämmte Wärmedurchgangskoeffizient und auch die Treibhausgasemissionen sind nun umso wichtigere Pflichtangaben bei Sanierungsplanungen, Neubauten und auch dem Verkauf von Immobilien.

Erneuerbar und dezentral

Die gesamte Energiewende beschäftigt sich mit erneuerbaren Energien, die möglichst direkt vor Ort erzeugt werden. So unterstützt das Gebäudeenergiegesetz auch sogenannte Quartierslösungen, bei denen sich Nachbarn untereinander versorgen. So kann ein größeres Mini-Blockheizkraftwerk im Keller womöglich mehrere Wohnhäuser mit Wärme und Strom versorgen. Die Nutzung mindestens einer Form erneuerbarer Energie wird für den Häuslebauer nun zur Pflicht und so kann neben der eigenen Solaranlage auch die erneuerbare Wärme aus einer gebäudenahen Quelle zum Thema werden. Solarthermie, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, erneuerbarer Heizstrom oder auch eine Brennstoffzellenheizung werden immer günstiger und effizienter und werden so zur realistischen Lösung für Hauseigentümer.

Erneuerbarer Heizstrom

Da die Energiewende in Deutschland bisher zum größten Teil auf erneuerbaren Stromquellen basiert, kommt immer mehr auch Heizstrom als nachhaltige Wärmequelle infrage. Egal ob Wärmepumpe, Nachtspeicherheizung oder andere Power-to-Heat-Anlage: hier wird mittels Stromverbrauch die Wärme für die häusliche Heizung erzeugt. Je mehr erneuerbare Energien wir im deutschen Strommix haben, desto nachhaltiger ist die Wärmeversorgung aus der eigenen Steckdose. Man kann aber auch einen Schritt weiter gehen und sich direkt einen Öko-Heizstrom-Tarif aussuchen.

Lition bietet selbst Heizstromtarife für Kunden mit Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung an und garantiert dabei eine hundertprozentige Zuordnung von erneuerbarem Strom. So werden die Ökostromerzeuger nicht mehr nur über den eigenen Stromverbrauch, sondern auch den Wärmeverbrauch bezahlt. Und das kann man mit einem deutlich besseren Gewissen machen, als sich einmal im Jahr hunderte Liter Heizöl in einen Tank pumpen zu lassen. Und so leistet man seinen eigenen Teil an der übergreifenden Energiewende, unterstützt den Zubau von neuen Ökostrom-Anlagen und verbraucht seinen eigenen Energiebedarf möglichst nachhaltig.

Wer sich als Häuslebauer noch genauer mit dem Gebäudeenergiegesetz beschäftigen möchte, findet auf dem freien Infoportal geg-info.de viele Informationen. Und wer schon konkret Sanierungen plant, findet einen staatlichen sanierungskonfigurator.de.

Wie nachhaltig ist die Elektromobilität wirklich?

Wie nachhaltig ist die Elektromobilität wirklich?

E-Autos sind gar nicht so schlimm

Seit Jahren ist Elektromobilität auf dem Vormarsch. Statista verdeutlicht die Entwicklung: 2011 gab es in Deutschland gerade mal 2.307 zugelassene Elektroautos. Heute sind es über 300.000 E-Mobile. Und allein von 2020 auf dieses Jahr hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt.

Und da man nicht nur mit der heimischen Steckdose laden will, entstehen auch immer mehr öffentliche Lademöglichkeiten. Die Bundesnetzagentur meldet für März 2021 über 35.000 normale sowie über 5.700 Schnellladepunkte.

Für die nächsten Jahre ist ein deutliches Wachstum zu erwarten, da auch immer mehr interessante Elektroautos auf den Markt kommen. Doch immer wieder hört man, dass die gar nicht nachhaltiger sind als fossil betriebene Verbrenner oder einfach unhandlich sind. Was ist da dran?

Die Behauptungen

„Elektroautos können nicht ökologischer als Verbrenner betrieben werden, da sie fast immer mit Kohlestrom geladen werden!“

Stimmt einfach nicht. Wir haben uns hier im Blog schon oft mit dem deutschen Strom-Mix beschäftigt und dabei festgestellt, dass die erneuerbaren Energien im letzten Jahr schon mehr als 50 % des erzeugten Stroms in Deutschland ausmachten. Die Windkraft allein hatte einen größeren Anteil als Steinkohle und Braunkohle zusammen. Und wir alle können diese Entwicklung weiter beschleunigen, wenn wir uns zum Beispiel für echte Ökostromtarife entscheiden.

„Die Herstellung der Elektroauto-Akkus verursacht hohe CO2-Emissionen!“

Die bisher noch üblichen Lithium-Ionen-Akkus sorgen tatsächlich für eine — nur bei der Herstellung — schlechtere Ökobilanz des E-Autos gegenüber eines Verbrenners. Jedoch werden die Wagen nicht nur hergestellt, sondern auch gefahren. Und während das fossile Auto dabei ständig Emissionen auspufft, bleibt das E-Mobil sauber. So dreht sich die Ökobilanz nach einigen tausend Kilometern einfach um und das Elektroauto ist fortan die nachhaltigere Variante. Hier berichtet der Spiegel über eine Studie, bei der ein Tesla Model 3 nach 30.000 Kilometern sauberer wurde als ein vergleichbarer Mercedes C 220d. Beim VW eGolf sieht das ähnlich aus.

Mancher sehnt sich nach fossilen Antrieben [public domain]

So zeigt sich in aktuellen Studien auch, dass Batterien eine immer längere Lebensdauer bekommen. Während viele alte Berichte mit einem „kurzen“ Leben von 150.000 km rechneten, kann man heute von 250.000 Kilometern und mehr ausgehen. So verschwindet der noch nicht optimale Herstellungsprozess weiter im Hintergrund.

Hier im Blog haben wir uns auch schon kurz mit alternativen Batterie-Technologien beschäftigt, die deutlich nachhaltiger als Lithium-Ionen-Akkus hergestellt werden können.

Elektroautos haben auch ihren Charme

Elektromobilität ist Teil unserer Zukunft

Natürlich muss nicht jeder von heute auf morgen auf ein E-Auto umsteigen. Aber je mehr Modelle auf den Markt kommen und je günstiger die Wagen werden, desto einfacher wird die Entscheidung fallen. Ganz nebenbei steckt in der Elektromobilität ein wichtiger Baustein der Energiewende. Jeder an das Netz angeschlossene Wagen kann dabei als ein kleiner Energiespeicher wirken und in Momenten des Stromüberschusses besonders stark aufladen und in Momenten des Mangels den Ladevorgang drosseln. Und womöglich sogar einen Teil der Akkuladung zurück an das Netz geben.

Der oft beschriebene Horror „Dann ist also am Morgen mein Elektroauto leer!?“ kann auch ignoriert werden. Die Ladeinfrastruktur, das E-Auto selbst oder unsere smarte Steuerungs-App werden dabei nie die Unterschreitung der mindestens nötigen Ladung zulassen. Das würde für niemanden Sinn ergeben.

Und, dass unsere Städte und Dörfer ohne fossile Verbrennmotoren definitiv leiser und sauberer sein werden — ist noch ein ganz angenehmer Nebenfaktor. Weitere Infos zur nachhaltigen Etablierung von Elektromobilen findet man beim Wirtschaftsministerium.

Wer nun auch Lust auf ein E-Auto bekommen hat, findet mittlerweile auch spezielle Ladestrom-Tarife für Wallboxen oder die einfache Steckdose.

Kann man wirklich CO2 handeln?

Kann man wirklich CO2 handeln?

Oder wie funktionieren die CO2-Abgabe-Zertifikate?

Seit Anfang dieses Jahres gilt in Deutschland eine neue CO2-Abgabe für Versorgungsunternehmen. Die Tankstellenbetreiber, Öl- und Gaslieferanten müssen für jede in die Atmosphäre ausgestoßene Tonne CO2 ein sogenanntes Emissionszertifikat nachweisen. Das entspricht quasi einer Erlaubnis, dieses CO2 verursacht zu haben. Da jedes Unternehmen nur eine bestimmte Anzahl dieser Zertifikate zugesichert bekommt, reichen die Erlaubnisse oft genug nicht aus. Dann müssen diese Unternehmen entsprechende Zertifikate einkaufen.

Woher kommen diese Emissionszertifikate?

Die Deutsche Emissionshandelsstelle DEHSt organisiert den Austausch der Zertifikate zwischen den Unternehmen. Besonders saubere Firmen haben weniger CO2 ausgestoßen als sie durften. Die ungebrauchten Emissionszertifikate können die dann auf der Handelsstelle anbieten. Das kann man sich fast wie bei eBay und co. vorstellen.

Wenn andere Unternehmen jedoch mehr Treibhausgase ausstoßen als erlaubt, wollen die auf der Handelsstelle die fehlende Menge Erlaubnisscheine einkaufen. So kommt ein Austausch zwischen den fortschrittlichen und unsauberen Unternehmen zustande: die CO2-Ausstoßer werden bestraft und die sauberen Unternehmen bekommen noch eine kleine Einnahmequelle.

Eine bestimmte Anzahl an Zertifikaten wird außerdem jedes Jahr frei zugeordnet. Wenn sich ein Unternehmen also schnell verbessert, kann es neben den Emissionen auch sofort Kosten einsparen. Da die Handelsstelle vom Umweltbundesamt betrieben wird, werden die Zertifikate also vom Gesetzgeber verteilt.

Die Gesamtzahl an Zertifikaten entspricht der politisch gewollten Gesamtmenge an CO2-Emissionen. Jeder Schein entspricht einer Tonne Kohlenstoffdioxid. Im europaweiten EU-ETS-Handel werden die europaweiten CO2-Emissionen im Stromsektor gehandelt: das betrifft Kraftwerke, große Industrieunternehmen, Flughäfen und so weiter.

Im deutschlandweiten CO2-Abgabe-Handel werden außerdem die deutschlandweiten CO2-Emissionen im Wärme- und Verkehrssektor gehandelt: das betrifft die Mineralölkonzerne mit ihren Heizgas- und Heizöl-Lieferungen sowie mit ihren Tankstellen.

Kann ich auch selbst mit CO2-Emissionen handeln?

Da es eine Gesamtanzahl und einen natürlichen Handelsbedarf an Emissionszertifikaten gibt, verändert sich auch der Preis für Zertifikate. Je nach Angebot und Nachfrage werden die Erlaubnisscheine für CO2-Ausstoß immer teurer und werthaltiger. Vor allem da die EU und die Bundesrepublik jedes Jahr weniger Gesamtausstoß CO2 zulassen wollen. Dementsprechend sinkt auch die Gesamtanzahl an Zertifikaten jedes Jahr. Eine gewisse Wertsteigerung ist dann unvermeidlich.

Und daher haben die Emissionsrechte auch schon ihren Weg an die Energiebörse und zum einen oder anderen Wertpapierhändler gefunden. Schlussendlich lassen sich diese Emissionsrechte genau so wie Aktien handeln —, wenn man den richtigen Broker findet.

Aber: im Moment gibt es noch zu viele Zertifikate. Die Gesetzgeber lassen noch eine zu hohe Anzahl an Tonnen CO2 zu. Ein wirklich interessantes Geschäft mit den jährlich gültigen Emissionserlaubnissen lässt sich also noch nicht verwirklichen.

Dieser Überschuss hat auch noch einen weiteren Effekt: es sind zu viele Tonnen CO2-Emission erlaubt. Im Rahmen der fortschreitenden Energiewende und des Klimaschutzes muss die Gesamtanzahl dringend weiter sinken – damit die Kosten für jede einzelne Tonne Treibhausgas auch wirklich eine Wirkung auf die fossilen Kraftwerksbetreiber und Industrieunternehmen haben.

Mehr Hintergrundinfos zum europaweiten Handel (Strom) und zum deutschlandweiten Handel (Wärme und Verkehr) finden sich bei der Deutschen Emissionshandelsstelle.